Jamie Cullum


Über Jamie Cullum

„Always either on a peak of happiness or drowning in black waters of despair they loved or they loathed, they lived in a world of superlatives.“

Jamie Cullum ist ein Künstler, der sich nur in Superlativen beschreiben lässt, dabei ist sein Sound genau genommen zu vielseitig und komplex, um ihn mal eben mit ein paar gesteigerten Adjektiven zusammenzufassen. Wer ihn „einfach nur“ als jungen Jazz-Musiker kennt oder nur weiß, wie grandios seine Coverversionen klingen („High And Dry“ von Radiohead oder Pharrells „Frontin“ beispielsweise), der hat definitiv nur die Spitze des musikalischen Eisbergs gehört.

„The Pursuit“, sein fünftes Album und die erste Soloveröffentlichung seit vier Jahren, lässt sich hingegen sehr gut mit dem Titel beschreiben, den er von Nancy Mitfords Roman „The Pursuit Of Love“ (dt. Titel: „Englische Liebschaften“) entliehen hat. „Man strebt sein gesamtes Leben lang nach irgendetwas. Eigentlich ist das ganze Leben ein einziges Streben“, sagt der 30-Jährige, und dieses Streben hört man auf dem neuen Longplayer auch deutlich raus: Jamies Vision war es, seinen eklektischen Musikgeschmack mit seiner ausgeprägten Liebe zum Jazz und den zeitlosen Standards des Genres zu kombinieren.


Was ihm mehr als gelungen ist: Entstanden ist ein Album, auf dem er die musikalischen Eckpfeiler seiner Jugend mit einer Vielzahl von modernen Einflüssen verknüpft, alte Schule und heutige Hits unter einen Hut bringt. Bittet man ihn darum, den Sound der LP in eigenen Worten zu beschreiben, erwähnt er Namen wie Cole Porter, Rihanna und Aphex Twin in einem Satz. Doch Jamie ist schon längst dafür bekannt, dass er verschiedene Stile und Sounds in seiner Musik vereint: Ihm gelingt es wie keinem anderen, einen tanzbaren Akustiksong, wie er auf Ibiza laufen könnte, und einen üppig arrangierten Jazz-Standard auf ein und derselben Platte zu präsentieren.

Obwohl er bereits mit so großen Namen wie Carole King, Burt Bacharach und Clint Eastwood gearbeitet hat und darüber hinaus auch mit dem Beatbox-Chef Killa Kela oder einem HipHop-Superstar wie Pharrell Williams im Studio war: Jamie geht es nach wie vor nur darum, bewegende Songs zu schreiben. Sich ausruhen und billigen Ruhm erhaschen können andere. „Wenn du dich wirklich auf die Musik konzentrierst, besteht der ganze Sinn doch darin, dass du nie aufhörst und immer weiterkommst. Zumindest ist das so, wenn du nicht gerade P. Diddy heißt“, sagt er lachend. „Die einzigen Erwartungen, denen ich gerecht werden muss, sind meine eigenen. Ich will auf das fertige Album stolz sein können.“ Noch so ein „Pursuit“, ein angestrebtes Ziel also, das er mit den neuen Songs locker erreicht hat.