Lisa Bassenge
Über Lisa Bassenge
Es fühlt sich an wie eine Heimkehr.
Lisa Bassenge, deren samtene Stimme wie keine andere für jungen Jazz Made in Germany steht, hat mit „Nur fort“ ihr erstes beinahe ausschließlich deutsches Album aufgenommen und überrascht uns erneut: unbefangen und selbstverständlich singt die Künstlerin zauberhafte Eigenkompositionen und moderne Klassiker der deutschen Musikgeschichte, und das in ihrer Muttersprache – so charmant, cool, relaxed und sophisticated, wie man es bisher noch nicht erlebt hat.
Die in Berlin-Zehlendorf aufgewachsene Sängerin gründete 1996 zusammen mit dem Bassisten Paul Kleber und dem Pianisten Andreas Schmidt das Lisa Bassenge-Trio, das später zum Quintett wurde und inzwischen nur noch unter dem Namen Lisa Bassenge firmiert. Bislang erschienen vier Studioalben und eine Live-Platte, bislang dominierte auf allen Veröffentlichungen Englisch, die universelle Sprache des Pop.
Die insgesamt elf Stücke auf ‚Nur fort’ handeln vom Weggehen und vom Aufbrechen. Von der Einsamkeit in der Menge und dem Kummer des Nichtzurückgeliebtwerdens. Bassenge singt in ihrer unnachahmlichen Art über einen Spaziergang auf einem zugefrorenen See oder über Fernsucht und dem Gefühl, dass es anderswo eben doch besser sein könnte als hier. Das klingt nach viel Schwermut, wird aber locker und flirrend leicht durch ihre gewohnt virtuose Gesangskunst und die sensible Ausgelassenheit ihrer Band. „Nur fort“ ist schließlich beinahe eine Country-Platte geworden, ein urbane Melancholie mit einem Hauch Western, an deren Ende, dem Instrumentalstück „Aus der wilden Weste“, tatsächlich in den Sonnenuntergang geritten wird.
So gelingt Bassenge, die auch mit den Bands Micatone (seit 1999) und Nylon (seit 2004) erfolgreich unterwegs ist, auf ihrem aktuellen Album das Kunststück, außergewöhnliche Pfade zu erschließen und sich gleichzeitig treu zu bleiben. Wie selbstverständlich reiht sie Altes an Neues, Fremdes an Persönliches und findet selbstbewusst ihren eigenen Stil, ohne dabei ihre Wurzeln im Jazz zu vergessen.
Es ist eine Heimkehr, zweifellos. Aber zugleich auch ein Aufbruch. In eine andere künstlerische Dimension. Nur fort? Wir kommen gerne mit!
