Rumer


Über Rumer

Jools Holland liebt sie, Elton John lobt sie und Burt Bacharach ließ sie einfliegen, um Songs mit ihr zu schreiben.

Die Songs auf ihrem Debüt-Album Seasons Of My Soul stammen allerdings fast komplett aus Rumers eigener Feder, und das muss auch so sein, denn hier erzählt die britische Songwriterin von ihrer eigenen Geschichte. Allerdings auf einem so hohen Niveau, dass sie jeden berühren, der sich den überaus eleganten und intensiven Klängen hingibt.
 
Mit 11 Songs präsentiert Rumer auf Seasons Of My Soul ein beeindruckendes Repertoire an äußerst reifen Kompositionen, die zwischen heiterer Gelassenheit und dem Hauch von Melancholie changieren. Die gelungenen Arrangements, die mit wunderbar weichen Bläsern und leicht jazzigem Touch angesetzt sind, tragen die nahezu schwebende Stimme Rumers beinah wie ein Windhauch durch die Songs. Eine Stimme, die bereits vielfach mit der von Carole King und Karen Carpenter verglichen wurde, und vielleicht könnte man auch noch k.d. lang als Vergleichsstütze mit heranziehen – wenn Vergleiche in diesem Fall denn überhaupt angebracht sind.


Für die Aufnahmen ihres ersten Albums konnte Rumer auf die Erfahrung Steve Browns zurückgreifen, der die Songwriterin bei einem Auftritt im Cobden Club in Kensal Rise entdeckte und sie bei dreien der elf Songs auch kompositorisch unterstützte.
Der Erfolg als Musikerin kam nicht automatisch, so sehr man dies angesichts ihrer Stimme auch vermuten könnte. Genauer gesagt, dauerte es zehn Jahre, in denen sie in jedem erreichbaren Club in London auftrat. „Man muss ziemlich tough sein“, erklärt sie. „Ich wurde ständig abgelehnt und versuchte trotzdem, immer besser zu werden. Es gibt eine Menge Musiker, die aufgeben, denn man muss sich der Sache opfern.“
 
Das Glück kam mit einem Open Mic-Gig im Cobden Club, bei dem Steve Brown (It’s A Wonderful Life; Spend, Spend, Spend), zufällig anwesend war, weil sein Sohn mit seiner Band an diesem Abend spielte. „Ich sah dieses nervöse Mädchen auf der Bühne stehen und befürchtete das Schlimmste. Und nach zehn Sekunden war ich wie hypnotisiert.“ Brown wurde Rumers Produzent. „Eigentlich würde man uns überhaupt nicht zusammenbringen“, lacht Rumer. „Aber wir sind eng verbunden, weil wir dieselbe Liebe zur Musik empfinden.“
 
Fieberhaft begannen Rumer und Steve nun an den Songs zu arbeiten, mit dem Ergebnis, dass sich die Neuigkeiten über diese außergewöhnliche Sängerin schnell herumsprachen. Und nachdem selbst Burt Bacharach dieser Stimme nicht widerstehen konnte, wurde es Zeit für Glückstränen: „Ich weinte vor Freude, als ich seine Einladung bekam. Denn wenn Burt Bacharach sagt, dass du gut bist, spätestens dann musst Du es selbst glauben!“
 
All die Vergleiche mit den großen Namen der klassischen Popmusik schüchtern sie nicht ein: „Ich habe mich immer ein bisschen als Outsider gefühlt“, bestätigt Rumer. „Ich habe mich nie dafür interessiert, was gerade Mode oder wer gerade populär war. Alles was ich wollte, war, etwas mit Qualität zu machen, etwas, das dem Lauf der Zeit standhalten würde, etwas, zu dem die Menschen immer wieder zurückkehren und das seine Wurzeln im Authentischen hat. Denn das ist die Musik, die ich auch selbst höre.“
Nun, es hat lange gebraucht, bis Rumer an diesen Punkt kam, aber Seasons Of My Soul beweist einmal mehr, dass Zeit manchmal auch auf der Seite des Glücks steht. Und jetzt, da sie aus ihrem Versteck gekommen ist, muss man gestehen, dass Rumer offensichtlich zu den Glücklichen gehört.