Udo Lindenberg


Über Udo Lindenberg

Verspürt der Mensch inmitten seines kreativen Prozesses, dass er gerade dabei ist, etwas ganz Besonderes zu schaffen? Fühlt er die Güte der Inspiration wie eine Erweckung aus apathischem Allerlei? Hat sich Einstein zufrieden auf die Schulter geklopft, als die Relativitätstheorie durch seinen Kopf tanzte? War Mozart von Glück beseelt, als ihm die Jupiter-Symphonie einfiel? Schwebt der Funke des Meisterwerks wie ein goldenes Staubkorn durch den Raum, gewaltig und schwerelos zugleich?
 


In „Querstrich“ Gronau, Westfalen, wurde Udo Lindenberg am 17. Mai 1946 geboren. Von dort bis zur stattlichen Suite im legendären „Atlantic“ an der Alster sind es 311 Kilometer. Ein halbes Künstlerleben. Die Story von A nach B, von G nach H, hat Udo Lindenberg jetzt in Drei-Minuten-und-ein-paar-Zerquetschte komprimiert: „Mein Ding“. „Es ist eine wahre Geschichte. Ich saß tatsächlich hier vor dem Hotel. Mit Zwanzig. Auf der Wiese. Keine Ahnung, was abgehen wird. Getrampt, hierher gesetzt, Buddel Doppelkorn dabei, leicht breit, auf das Schloss hinauf geguckt und für mich beschlossen, hier werde ich künftig wohnen. In der Präsidentensuite. War mein klares Vorhaben, wenn ich auch nicht wusste wie – als Musiker, als Trommler, als Nachtigall, als Geheimrat auf dem Kiez. Wie gesagt, die Details fehlten, aber das Ziel war da. Und heute habe ich gelernt - mach dein Ding, auch wenn du aus der Provinz kommst und alle dir sagen, es ginge nicht. Mach es charmant, nicht verkniffen, konsequent und gehe deinen eigenen Weg. Lausche den Gesetzen, die dein Blut dir rauscht, wie Hermann Hesse schreibt. Vergiss die Lehrer, die Bedenkenträger tritt in den Arsch.“

Niemand hat einen funktionierenden Masterplan für ein Hitalbum. Aber manchmal ist bei einem Künstler die Zeit reif dafür. „Es trug sich zu“, so Udo in seinen eigenen Worten, „dass nach Jahren der Entbehrung und des Verzichts viele von den Sympathisanten und Freunden meinten, Udo, tue uns das nicht an, das Leben ist so wenig lebenswert ohne neue Songs. Es schien mir schon wie eine Art Volksbegehren. Stoßgebete in den Rock-Himmel. Bitte, geben sie uns unser täglich Brot. Das traf sich ganz gut, weil ich hatte Lust, mal wieder neue Sachen zu machen. Ja. So sind eben unterschiedliche Songs entstanden.“